Bildtitel Knstler

Unter dem Titel "Netz oder Beutel" freuen wir uns, Ihnen Auszüge der umfangreichen Sammlung Schmidt vorstellen zu können.

Seit nunmehr über einem Jahrzehnt komplettiert der Sammler und Kunstmäzen Thomas Schmidt aus Dresden mit unerlässlicher Akribie den Bestand einer ganz bestimmten Spezies von Netzen und Beuteln. Dabei liegt der besondere Schwerpunkt der Sammlung in der Tatsache, durch Gebrauch gekennzeichnete Objekte zu erhalten und zu archivieren.

Die Präsentation visualisiert in ihrer Gesamtheit die Beliebigkeit dieser Spezies. Sie zeigt jedoch zugleich das Netz oder den Beutel als unverwechselbares Individuum, gekennzeichnet durch pragmatische Nützlichkeit und reflektiert nicht zuletzt die Persönlichkeit der einstigen Träger oder Hersteller.


Rede zur Ausstellungseröffnung (1)

Michael Fücker (Dipl.-Soziologe)

"Netze und Beutel"

Der Kunstmäzen und Sammler Thomas ”Jimmy" Schmidt, aus dessen reichhaltiger Sammlung heute erstmalig einige auserlesene Stücke der Öffentlichkeit präsentiert werden, hat sein Leben einem Transformationsprozess der besonderen Art verschrieben. Durch eine akribische Umdeutung oder auch einem nahezu radikalen Perspektivwechsel werden in der Sammlung Schmidt Gebrauchsgegenstände, originär nur durch ihren objektiven Nutzwert definiert und zum alsbaldigen Verschwinden aus der Welt bestimmt, dem Zerfall entrissen und allein durch den Akt der Betrachtung zu Kunstwerken umgedeutet. Ein Kunstwerk besitzt keine innere Bestimmung, keine Identität, die es als solchen kennzeichnet oder anders gesagt: Es gibt keine Kunst ohne dass diese durch den Betrachter, den Konsumenten überhaupt hervorgebracht wird. Aber auch aus einer anderen Perspektive erscheinen die hier und jetzt erzeugten Kunstwerke problematisch: So ist uns zwar der Sammler bekannt aber der eigentliche Künstler abhanden gekommen. Wir kennen dieses Problem von den Gebrüdern Grimm, deren Sammlung inzwischen millionenfach neu aufgelegt, geklont wurden. Ich hoffe, dass uns diese Potenzierung der Schmidtschen Sammlung erspart bleibt. In diesem Sinne freue ich mich doppelt, Sie am heutigen Abend als Betrachter und Konsumenten des Banalen begrüßen zu dürfen und mit Ihnen gemeinsamen diese Ausstellung zu eröffnen, die mit dem Fokus auf Tragegefäße lediglich eine ausgewählte Facette der Schmidtschen Sammlung präsentiert.

Ich möchte Sie im folgenden einladen, zwei besondere Spezies der Gattung der Tragegefäße - das Netz und den Beutel - als soziales Phänomen näher zu betrachten.

Beutel und Netzte gehören, rein familiär betrachtet, zur Gruppe der tragbaren Aufbewahrungsgefäße und sind in ihrer Entstehung an einen spezifischen Kulturraum gebunden, der sich nämlich dem Tragen von Lasten per Hand verschrieben hat. Beutel und Netzte lassen sich schwerlich auf dem Kopf transportieren (höchstens durch einen weiteren künstlerischen Entfremdungsprozess als Haarnetz - dazu eignet sich besonders jenes grüne Modell) und eignen sich auch nicht, um Anderen - seien es Mitmenschen, Tieren oder auch einfache Fortbewegungsmittel - diese Lasten aufzubürden. Mit einem vollen Beutel oder Netz am Fahrradlenker stürzt man nahezu unweigerlich, der Lakai, der den Besitz des Königs in einem Beutel transportiert, wirkt lächerlich.

Tanner und Zihlman verweisen in der ”Freiburger Frauenstimme" (2003) darauf, dass in der Menschengeschichte noch vor Erfindung von Jagdwerkzeugen Beutel und Netzte aus Blättern und Zweigen gefertigt wurden, die dem Transport des Nachwuchses und zum mitführen gesammelter Früchte und Wurzeln dienten. Natürlich sind diese Artefakte aus pflanzlichen Materialien heute nicht mehr erhalten. Was bleibt sind dagegen die Motive pflanzlicher Materialien, die viele der hier ausgestellten Objekte schmücken und so eine Homage an den Ur-Beutel darstellen. Während sich also die Ur-Männer damit befassten, dass mühsam zu tote gehetzte Wild als Ganzes an den heimischen Herd zu transportieren, spezialisierten sich die Frauen unter Benutzung von Beuteln und Netzen schon frühzeitig auf das Sammeln kleiteiliger Nahrungsmittel, die schon damals zum Transport einer Umhüllung bedurften. Ist der Beutel dann im Ende weiblich? Ich möchte dieser Fragestellung nicht weiter nachgehen und statt dessen versuchen, Beutel und Netze zunächst über ihre Erscheinung, ihre Phänomenologie, von anderen Tragegefäßen zu differenzieren.

Beutel und Netzte sind zunächst hohle, dünnwandige, leicht verformbarer Gegenständ, die zur Aufnahme von anderen Gegenständen geeignet ist. Sie haben eine teilweise verschließbare Öffnung, durch die sie gefüllt und geleert werden können. Jens Beutel ist ein deutscher Politiker. Soviel von Wikipedia. Es ist augenscheinlich, dass diese Differenzierung weit zu kurz greift. Beutel und Netze verfügen zudem über ein Tragebändchen, welches deren Benutzung an die menschliche Hand bindet und damit gleichzeitig auch die vollständige Verfügung über diese Gliedmaße sichert. Beutel und Netze kann man nicht umhängen, was den evolutionären Schritt zur Tasche kulturhistorisch nur als eine Frage der Zeit erscheinen lässt. Erfährt das Tragebändchen bei der Tasche eine Aufwertung, fehlt es bei einem Sack vollständig, wahrscheinlich, um dem Träger mehr Bedeutsamkeit zu verleihen. Ein Weihnachtsmann, der sich mit Netzen und Beuteln aufmacht, Geschenke zu verteilen, ist nahezu unvorstellbar.

Neben dem Tragebändchen zeichnen sich Beutel und Netze durch das Fehlen einer eigenen Standfläche aus. Die Performanz dieser Tragegefäße kann sich damit nur im Prozess der Benutzung entfalten. Nur im getragenen Zustand entfalten Beutel und Netze ihre vollendete Formgebung. Setzt man sie ab, verfallen sie buchstäblich und können die Konturen ihres Inhaltes nur noch schwerlich verdecken. Allerdings, und darauf sei mit Nachdruck hingewiesen, sind die Konturen eines Beutels deutlich mehr determiniert, als die eines Netzes. So stößt auch die Befüllung eines Beutels durch die dafür vorgesehene Öffnung schnell an eine voluminöse Begrenzung, während die diffiziele und zugleich reduktionistische Maschenstruktur eines Netzes die Grundlage eines nahezu unbegrenzt erscheinenden Ausdehnungsvermögens bildet. Hierzu sei nur auf das weltweite Verbindungsnetz verwiesen, welches nicht nur die stoffliche Umhüllung des Beutels über eine stabile Netzstruktur auf das funktional wesentliche reduziert, sondern zudem in einem kulturhistorisch bedeutsamen Schritt die gesamte Materialität des klassischen Aufbewahrungsgefäßes auflöst.

Beutel und Netze dienen der meist temporären Aufbewahrung und dem Transport kleinteiliger Gegenstände. Liegt ihnen dagegen jemand auf dem Beutel, wird die Entnahmemöglichkeit der verwahrten Gegenstände eingeschränkt oder gänzlich vermieden. Man verliert die Verfügungsgewalt über seine Beute, den im Beutel zusammengehaltenen Besitz.
Beutel und Netze als Besitzstandsanzeiger dienen aber auch der Begrenzung von Besitz - Wer viel haben will, muss öfters laufen. Geldbeutel laufen gelegentlich über und machen so den bisher durch die stoffliche Umhüllung geheim gehaltenen Besitz öffentlich und mehr als vier Beutel lassen sich nicht transportieren oder reduzieren den ästhetischen Gehalt der Bewegung auf ein Minimum.

Während sie stoffliche Materialität des Beutels auf den Aspekt der Verhüllung verweist - (Stoff wird im grieschichen als Hyle bezeichnet) - fokussiert das Netz als Antithese genau auf die Transparenz des gesammelten Besitzes und findet so seine moderne Entsprechung in der hybriden Form des durchsichtigen Foliebeutels. Andererseits finden sich auch moderne Beutel, die durch eine Aufschrift ihren Inhalt kennzeichnen und besonders in der Modebranche auch den Wert der enthaltenen Sache andeuten.

Die hier ausgestellten Exponate gehören daher zu einer aussterbenden Spezies der Tragegefäße, da sie sich durch eine völlige Egalität des Äußerlichen auszeichnen. Entfaltet etwa eine Frauenhandtasche eine eigene Ästhetik, welche auf die Besitzerin zurückverweist, stellen Beutel und Netze durch ihre Banalität und Häßlichkeit das genaue Gegenteil von Asthetik dar. Die Äußerlichkeit tritt hinter dem rein funktionalen Aspekt zurück, was dazu führt, dass Besitzer von Beuteln und Netzen diese auch nur in Überkategorien (”Wo iss′n der dunkle Beutel?") beschreiben könne. Selbst der Versuch, die hier ausgestellten Exponate hinsichtlich ihrer Farbgebung und ihrer Muster zu beschreiben, ist zum Scheitern verurteilt und kann nur als ein ins unendliche greifender Annäherungsversuch verstanden werden.

Beutel und Netze konservieren aber auch Geschichtlichkeit. Zwar bleibt uns die Geschichte der hier ausgestellten Beutel bis auf wenige Ausnahmen weitgehend verschlossen. Als elementare Bestandteile, ja sogar Werkzeuge des Alltags wecken sie aber in jedem von uns zahlreiche Assoziation - sei es der sonnabendliche Gang zum Bäcker mit dem Brötchenbeutel, die aufgeplatzte Milchtüte, deren Inhalt sich durch die Netzstruktur entleert, der vergessene Kulturbeutel oder auch der ”Turnbeutelvergesser", der sich in jedem Bekanntenkreis befindet.

Der Beutel wird so auch zum Synonym des Lebens schlechthin, indem wir gelegentlich die Kontrolle über unser Leben oder auch das Auto verlieren und uns dann gebeutelt fühlen - hin und her geschüttelt oder unachtsam beiseite geschmissen. In diesem Sinne trägt die hier präsentierte Sammlung von Thomas ”Jimmy" Schmidt auch ein Vermächtnis in sich, die Dinge des Lebens nicht zu versaubeuteln, nur in begründeten Fällen Körbe auszuteilen und wenn man jemanden ins Netz geht, niemals die Katze im Sack zu kaufen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.



Rede zur Ausstellungseröffnung (2)

Thomas Klemm (Kunstwissenschaftler)

"Laudatio auf die Sammlung Schmidt zur Eröffnung in der Galerie Grafikladen am 06. Oktober 2006"

Eine solch beeindruckende Sammlung wie die Schmidtsche Beutel- und Netzkollektion, die heute Abend erstmals einer größeren Öffentlichkeit präsentiert wird, fordert in vielerlei Hinsicht zur Auseinandersetzung heraus. Zum ersten könnte man den Gegenstand der Sammlung zum Mittelpunkt einer genaueren Betrachtung machen. Denn mit was hat der Rezipient es hier zu tun? Zunächst erst einmal mit nicht mehr als einer Ansammlung von Alltagsgegenständen. Der Titel der Ausstellung gibt dabei bereits eine Differenzierungsoption vor: eben in Netze und Beutel. Damit wird der Nutzungsaspekt (und eben nicht die ästhetische oder moralische Perspektive) hervorgehoben und ich möchte bemerken, dass das kuratorisch eine kluge Entscheidung gewesen ist. So wird dem Betrachter genügend Raum gegeben, den Schritt vom Gebrauchsgegenstand zum Ausstellungsobjekt von Beginn an nachzuvollziehen. Auch wenn eine Kulturgeschichte der Trage- und Transporthilfsmittel noch immer ein Desiderat in der Forschung ist, so darf man doch annehmen, dass der Beutel, zumindest sein größeres Pendant, der Sack, seine Wurzeln bereits im Paläolithikum und dem damit einhergehenden Beginn der Vorratshaltung hatte, als die Menschen gezwungen waren, Teile ihrer Beute oder der gesammelten Beeren und Wurzeln zu transportieren und später als Nahrungsreserven auch haltbar zu machen. Von jeher bedient sich der Mensch also diverser Hilfsmittel zum Transport von Nahrung, Vorräten und Waren - und in dieser historischen Konstante findet der leicht zu verstauende Beutel bis heute seinen festen Platz. Auf Autobahnen sieht man häufig LKW mit Texten auf der Ladebordwand wie etwa: ”Ohne uns gäbe es von allem zu wenig" Ähnliches gilt für den Beutel: Ohne ihn müsste man oft zweimal gehen. Der Ausstellungsgegenstand Beutel ist ja gerade vom geschätzten Kollegen Fücker eingehend erörtert worden, weshalb ich mich zu einer anderen Blickrichtung wenden möchte. Ich möchte mich konzentrieren auf die Aspekte des Künstlerischen, die bei der Präsentation dieser einzigartigen Sammlung eine Rolle spielen. Die Idee, Alltagsgegenstände in Kunstgalerien zu präsentieren, stammt aus den Anfangsjahren der Moderne, aus dem Beginn des vergangenen Jahrhunderts. Bereits 1905 präsentiert Marcel Duchamp unter dem Namen des damaligen Sanitärartikelmonopolisten Richard Mutt ein Urinal in einer New Yorker Galerie, welches er kurzerhand als ”Springbrunnen", Fountain, bezeichnete und zum Kunstwerk erhob. Ursprünglich als Provokation gedacht, hielt das Readymade Einzug in die Kunstgeschichte. Die Sammlung Schmidt unter dieser Kategorie zu betrachten, wäre allerdings weit gefehlt. Ging es dem Readymade-Aktivisten Duchamp um die Suche nach neuen Ausdrucksformen und Positionierung in einer Epoche von ausserordentlichen technischen, ästhetischen und philosophischen Paradigmenwechseln, ist davon in dieser Sammlung nichts zu verspüren. Das ist um so erfreulicher, als das die Reihe von Duchamp-Epigonen auch 100 Jahre nach ”fountain" noch immer nicht abzureißen scheint, ohne dass dem Readymade neue Impulse zu entlocken wären. Es geht hier also nicht darum, aus einer angriffslustigen Laune heraus mit einer Ansammlung von Alltagsgegenständen gegen die Zustände des künstlerischen Akademismus oder eine bornierte Bourgeoisie anzutreten.
Der Sammler wie der Kurator der Ausstellung suchen nicht die Konfrontation mit der ökonomieorientierten Produktionsbildnerei einer ”Neuen Leipziger Schule" oder kritisieren nicht die Diskurshoheit des ”Kunstforums". Doch worin liegt das Künstlerische dieser Ausstellung, wenn der Satz des Kunsthistorikers Jürgen Paul ”Kunst ist, was im Museum steht" hier offenbar nicht greift?
Versuchen wir einen Zugang über den gesellschaftskritischen und aufldärerischen Weg. Der spanische Maler und Kunsttheoretiker David Alfaro Siqueiros forderte bereits 1934 in einer in New York erschienen Erklärung: ”Wir wollen eine Kunst produzieren, die physisch in der Lage ist, dem Volke durch ihre materielle Form zu dienen. Echte Kunstformen mit weitreichender Wirkung."
Haben wir es hier allerdings mit künstlerischen Formen zu tun? Sicher, es hat den Schritt der Gestaltung gegeben, ein Meer aus verschiedenen Mustern musste zunächst durch ein Heer von Textildesignerhänden produziert werden. Doch nun ist reine Gestaltung noch lange keine Kunst. Und ohne die unsägliche Frage nach dem Wesen der Kunst an sich hier zu stellen, kann man sagen, dass es nicht um die Gestaltung des einzelnen Beutels oder Netzes geht. Die trotzkistische Theorie der dienenden Kunst sucht den kalkulierbaren Nutzen im Kunstwerk, der in der Ausstellung der Sammlung Schmidt wenn überhaupt als Randphänomen in Augenschein tritt. Nicht der Beutel, das Netz an sich ist es also, was bei der Frage nach dem Künstlerischen in den Fokus genommen werden sollte, sondern die Gesamtheit der Sammlung und der Serialität der einzelnen Objekte.
Wir befinden uns hier vor der Präsentation eines über einen langen Zeitraum angelegten Archivs von Objekten, die nicht, wie andere Sarrrmlungsstücke von Kunstsammlern, bei Kunstauktionen ersteigert wurden oder speziell für den Sammler in Ateliers oder Manufakturen angefertigt worden sind. Jedes hier ausgestellte Objekt ist ein Avatar für eine Geschichte, eine Haltung, eine Individualität. Und dennoch gilt, was ich gerade ausführte. Es kommt nicht auf das einzelne Objekt an. Wir wollen nicht den Geschichten und Einstellungen hinter jedem Sammlungsstück nachspüren müssen, aber wir wissen wohl, dass es sie gibt. Das Bundesarchiv mit seinen Zweigstellen in Berlin, Koblenz oder Potsdam ist ja auch nicht die bedeutendste Sammelstelle für Dokumente der deutschen Zeitgeschichte, nur weil dort Einzelstücke wie beispielsweise die Gründungsurkunde der Bundesrepublik Deutschland einzusehen sind, sondem weil es die Gesamtheit des öffentlichen Schriftgutes in Deutschland bewahrt, katalogisiert und zugänglich macht. Nun will die Sammlung Schmidt keine Vollständigkeit für sich beanspruchen. Diese ist für die Wirkungsabsicht aber auch gar nicht notwendig, auch die Repräsentation der hier gezeigten ca. 80 Exemplare rekurriert unzweifelhaft auf eine Gesamtheit.
-> Die Einzigartigkeit des einzelnen Objekts offenbart sich in der Geschlossenheit der Serie, ohne sich dabei in den Mittelpunkt zu drängen. Die Einzigartigkeit wird dort sichtbar, wo wir, die Rezipienten, sie suchen; wo wir Analyseraster und Vergleichskategorien aufstellen, wo wir möglicherweise auch unsere eigenen Geschichten und Erfahrungen vor der Folie der einzelnen Objekte abbilden und erinnern. Und dies ist, stellt man es richtig an, ein Vorgang höchster ästhetischer und poetischer Qualität.

Viele andere Zugänge zum Wesen der Schmidtschen Sammlung mag es geben; aus Zeitgründen möchte ich es bei diesem einen Angebot belassen. Ich möchte die Ausfiffirungen aber verbinden mit der Aufforderung an Sie, ihrer aktiven Rezipientenrolle gerecht zu werden. Es ist doch ein Glück, dass die Wirkungs- und Versenkungsästhetik der 80er und frühen 90er Jahre heute kaum noch eine Rolle spielt und inzwischen Kunstgenuß auch völlig ohne esoterische Inauguration möglich ist. Haben Sie also zuvorderst Freude an der Präsentation der Schmidtschen Sammlung. Den allzu vergeistigten und humorlosen Betrachter trifft die Beschreibung des Propheten Haggai im Alten testament, haggai 1,6 : ihr esset, und werdet doch nicht satt; ihr trinket, und werdet doch nicht trunken; ihr kleidet euch, und könnt euch doch nicht erwärmen; und wer Geld verdient, der legt′s -- in einen löchrigen Beutel.

Ich bedanke mich für Ihre Aufinerksamkeit und wünsche eine angenehme Ausstellung!




"Netz oder Beutel"
2006

ca. 40 x 30 cm

Fotograf
© Georg Schütze

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